JSO on tour: Jugendsinfonieorchester unterwegs in Österreich, Slowenien und Italien
Die diesjährige Sommerkonzertreise des Jugendsinfonieorchesters Leipzig führt das junge Ensemble nach Österreich, Slowenien und Italien. Mit Konzerten unter der Leitung von Leonard Halm bringt das 74-köpfige Orchester ein buntes musikalisches Programm auf die Bühnen der drei Länder. Die Stationen sind: Eberndorf (AT), Maribor (SI), Tarvisio (IT), Spittal an der Drau (AT) und schließlich München, wo ein großes Abschlusskonzert mit dem ODEON-Jugendsinfonieorchester stattfindet.
Im Gepäck befinden sich unter anderem Paul Dukas‘ Fanfare aus dem Ballett „La Peri“, die wilde und rasante Bacchanale aus der Oper „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saens und diverse Filmmusiken. Traditionell werden JSOler, die das letzte Mal auf Reise sind – weil sie im Anschluss das Orchester zu Gunsten eines Studiums oder einer Ausbildung verlassen – mit dem Soundtrack von „Fluch der Karibik“ verabschiedet.
In täglichen kleinen Beiträgen nehmen die Orchestermitglieder Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit auf Reise! Schauen Sie dazu auch gern auf die Instagram-Accounts der Musikschule und des JSO Leipzig für Stories und Bildbeiträge!
Der Transporter ist beladen, (fast) alle sind da und die Busse sind schon voll mit Koffern. Trotz der frühen Stunde, ist die Freude auf die kommende Reise deutlich zu spüren. Kurz nach um 5:00 Uhr rollen die Busse los in Richtung Bleiburg, Österreich. Nach dem unsere langjährigen Busfahrer Lutz und Tobi von Geissler Reisen, auf einer Autobahnraststätte kurz hinter Leipzig die Busse übernommen hatten, war die Reisegruppe vollständig. Die Fahrt war lang aber ruhig und verlief ohne jegliche Probleme. Langweilig war es nicht, es wurde geschlafen, Musik gehört, gespielt, Serie geschaut und sich unterhalten. Dabei war die Aussicht auf die Alpen ein wirklich schöner begleitender Anblick.
Angekommen im Jugend- und Familiensporthotel Bleiburg wurden direkt die Zimmer bezogen. Das Abendessen war für alle ein wirklicher Schmaus und danach war erstmal Freizeit angesagt, die nach der langen Busfahrt allen gut tat.
Ein Teil des JSO ging in das benachbarte Freibad und hatte dort seinen Spaß, der andere Teil blieb in der Herberge und nutzte dort die Freizeitangebote mit einem Billardtisch, einer Mini-Autorennbahn und einem Spielplatz mit Tischtennissplatte. Der Abend klang dann mit verschiedenen Gesellschaftsspielen und netten Gesprächen aus.
Der nächste Tag wartet und damit auch unser erstes Konzert.
Wir freuen uns auf morgen und ihr hoffentlich auch!
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Der Tag startete mit einem Ausgiebigen Frühstück um 8:00 Uhr. Danach wurde die Turnhalle unserer Herberge in einen Probenraum umgebaut und die erste Probe der Sommerreise konnte starten. Geprobt wurde die Vierte Sinfonie von Schumann, die Ouvertüre von Romeo und Julia, die Tänze aus Guonod‘s Oper „Faust“ und vieles mehr.
Anschließend gab es Mittag, auf das sich alle sehr freuten.
In der darauf folgenden Freizeit wurde unter anderem die Gegend erkundet und die Option des Freibads genutzt.
Und schon ging es los zum ersten Konzert der Sommerreise am Stift Eberndorf. Nach Ankunft und Aufbau, der sich aufgrund der Bühnengröße nicht ganz einfach gestaltete, gab es eine kurze Anspielprobe des Programms. Das Abendessen im benachbarten „Kirchenwirt“ wurde von allen sehr begrüßt. Das Konzert rückte immer näher und alle fingen an sich ihre Konzertkleidung anzuziehen und die Instrumente auszupacken. Das Konzert war ein voller Erfolg! Alle Stücke liefen gut, das Publikum war begeistert, was an den zahlreichen Spenden deutlich zu spüren war, und es lag eine sehr gute Stimmung in der Luft. Vielen Dank an die Organisatoren der Eberndorfer Sommerspiele, deren Bühne wir nutzen durften.
Danach wurde alles schnell zusammengepackt und die Busse fuhren wieder zurück zur Herberge.
Der Abend klang aus mit Fußball schauen, netten Gesprächen und Gesellschaftsspielen.
Am zweiten Tag unserer Sommerreise hatten wir einen konzertfreien Tag, den wir nutzten, um Graz zu erkunden. Nach dem Frühstück fuhren wir (nahezu) pünktlich los und während der Busfahrt planten die verschiedenen Gruppen ihren Tag. Aber auch an diesem Pausentag waren wir fleißig und haben neben dem typischen Touriprogramm, mit Erklimmung des Schlossbergs, Besichtigung des Doms und des Hauptplatzes, eine Fotochallenge absolviert, in der sich die Gruppen in ihrer Kreativität und ihren Fotografiekünsten messen konnten.
Nach Ankunft und Abendessen in der Unterkunft folgte als Tagesabschluss der erste Teil des Orchesterbends, bei dem unsere Orchesterfrischlinge (hier haben wir auch unseren Dirigenten Leonard Halm dazugezählt!) gebührend ins Orchester aufgenommen wurden.
Schließlich gingen wir mit müden Beinen aber auch mit Vorfreude auf den nächsten Konzerttag in Maribor ins Bett.
Müdigkeit schützt vor Arbeit nicht. Das haben wir am eigenen Leib gespürt. So fuhren an diesem Tag zwei übermüdete Busse nach Maribor (Slowenien). Dennoch mussten Schlagwerk und Instrumente nach der Ankunft zunächst zum lokalen Puppentheater (welches tatsächlich eher ein normales Theater ist) transportiert werden. Danach blieben auch die Blechbläser nicht faul und spielten in der Innenstadt Straßenmusik, nicht nur um Geld zu erspielen, sondern vor allem um Passanten auf unser Konzert aufmerksam zu machen.
Die restlichen JSOler nutzten ihre Freizeit um die Stadt zu erkunden und die günstigen slowenischen Preise zu nutzen und auch um mit Flyern und Gesprächen für unser Konzert zu werben. Deshalb blieb auch gar keine Zeit für eine Fotochallenge.
Nach einer Anspielprobe am Nachmittag strömte das hungrige JSO durch die Straßen und Gassen von Maribor um sich nochmal in einem Restaurant mit Schnitzel und vielen anderen Leckereien zu stärken.
Ein wenig gehetzt ging es dann zurück zum Puppentheater, wo wir im Freiluftbereich unser gewonnenes und mäßig pünktliches Publikum mit einer bunten Mischung von Schumann bis Filmmusik bespielten.
Schließlich fuhren wir, nur von einer Grenzkontrolle gestört, zurück zur Unterkunft und fielen noch müder ins Bett als am Vortag.
Heute ging es hoch hinaus für uns, genauer 1790 Meter in die Höhe. So hoch trugen uns und unsere Instrumente nämlich die Gondeln am Monte Lussari – sogar die große Trommel und den Bass quetschen wir dort hinein. Dort spielten wir am Gipfel ein Kurzkonzert, welches lediglich von einem kleinen Regenschauer unterbrochen wurde. Schon vor 8 Jahren spielte das JSO hier, damals noch mit Leonard Halm am Horn statt am Dirigentenpult.
Zur Belohnung gab es im Rifugio nahe des Konzertplatzes ein üppiges italienisches Essen mit Lasagne und Tiramisù.
Danach proben einige JSOler das Gesangsstück Locus Iste für das abendliche Konzert in der Bergkirche, während die restlichen die Umgebung erkundeten, bevor es mit der Seilbahn wieder ins Tal ging.
In Tarvis angekommen bereiteten wir die Kirche für unser Konzert vor und probten kurz, bevor wir uns mit Pizza vollstopften.
Schließlich spielten wir unser Konzert in einer Kirche, die so voll war, dass sogar einige Besucher stehen mussten.
Zufrieden fuhren wir zurück, auch wenn erstaunlich viele JSOler Sonnenbrand und Nasenbluten zu beklagen hatten.
Ursprünglich stand im heutigen Tagesplan ein Ausflug an einen See – aber dies wurde zugunsten einer Freizeit in unserer Herberge umgeplant. So hatten wir genug Zeit, die traditionellen „Ms. & Mr. JSO“-Spiele durchzuführen, wo mit viel Kreativität, sportlichem Geschick und auch ein wenig Glück Margarethe und Benny als Sieger hervorgingen. Auch gab es noch die Möglichkeit, sich im nahegelegenen Freibad zu erfrischen.
Am frühen Nachmittag brachen wir auf nach Spittal an der Drau, für unser 5. Konzert auf der Reise. Der Auftritt wurde von der Musikschule in Spittal organisiert, welche es zugleich als Schuljahresabschlussfest gestaltete. So bekamen nicht nur knapp 500 Musikschülerinnen und Musikschüler ihre Zeugnisse, auch konnten sie gemeinsam mit ihren Eltern auf der Picknickdecke und Bänken knapp eine Stunde einem Freiluftkonzert vor dem Schloss Porcia genießen. Für uns fast schon ein kleines Rosental-Open-Air.
Selten hatten wir auf einem Konzert einer Sommerreise so viele Gäste, über 800 lauschten Filmmusik, Saint-Saens und Tschaikowskis „Romeo und Julia“, welches bei dem Sonnenuntergang im malerischen Park kaum passender hätte sein können. Im Anschluss gab es ein kleines Grillfest mit Gemüsespießen, Grillkäse und natürlich Steaks und Wurst für die Fleischesser. Dazu eine große Auswahl an Eis – wohlverdient. Gegen 21 Uhr ging es zurück nach Bleiburg, und wir konnten den letzten Abend in unserer Herberge in Kärnten ausklingen lassen. Morgen geht es weiter nach Dachau bei München.
Koffer packen, Zimmer räumen, Busse verladen – all das stand am Vormittag auf dem Programm. Wir verlassen nach 6 schönen Tagen unsere Unterkunft in Bleiburg / Kärnten und damit auch Österreich. Unsere zweite – und zugleich letzte – Etappe führt uns nach Dachau in der Nähe von München. Hier kamen wir am späten Nachmittag an, der Münchner Verkehr meinte es nicht gut mit uns.
Die Unterkunft in Dachau (DJH im Max-Mannheimer-Haus) wirkt ein wenig brutalistisch. Viel Zement, viel Glas, alles hallt – ob das nicht schon schlimme Vorzeichen für eine Orchestergruppe sind. Das Abendessen bot eine große Auswahl und die Terrasse einen grünen Rückzugsort mitten im Wohngebiet (schlechtes Vorzeichen #2).
Am Abend gab es Kammermusik. Obwohl kaum Zeit war auf der Reise, Beiträge vorzubereiten und zu üben, gab es über eine Stunde lang verschiedene Beiträge, unter anderem eine Komposition von Klarinetten-Leonard für ein Bläserquintett, welches begeistert aufgenommen wurde.
Im Anschluss an den Kammermusikabend kamen die zahlreichen Verabschiedungen und Danksagungen. 23 JSOlerinnen und JSOler verlassen das Orchester nach der Sommerreise und Martin gab jedem ein paar persönliche Worte mit auf den Weg. Auch wurden den beiden Busfahrern Lutz und Tobi unter großem Jubel gedankt. Unter zahlreichen Tränen endete der Abend und man zog sich auch schnell zum schlafen zurück, denn Samstag werden noch einmal alle Reserven gebraucht für das große Abschlusskonzert mit dem ODEON-Jugendsinfonieorchester München.
Der letzte vollständige Tag der Sommerreise war nun angebrochen. Nach einem ausgiebigen Frühstück (und dem netten Hinweis der Herbergsleitung, man möge die nächste Nacht leiser sein, denn man war wohl zu laut), gab es die Möglichkeit sich individuell seinem Instrument zu widmen – viele nutzten aber auch die Möglichkeit, letzte Postkarten zu schreiben. Am Mittag ging es dann auf in Richtung München. Am Alten Gasteig wurden wir vom Orchesterrat des ODEON-Jugendsinfonieorchesters in Empfang genommen und konnten gemeinsam die Stadt erkunden.
Bald aber ging es ans eingemachte. Die Bühne des Carl-Orff-Saal musste aufgebaut werden, Stühle, Pulte, Instrumente und Noten fand alles seinen Platz. Zunächst eine Anspielprobe von uns – nur unterbrochen durch eine spontane Umzieh-Aktion, da wir unseren ursprünglichen Lagerraum freigeben mussten. Spannend wurde es, als beide Ensembles, insgesamt 140 Personen, sich auf die Bühne quetschten um die Zugabe zu proben. Nach kurzer Anspielprobe des ODEON gingen auch schon die Saaltüren auf und die knapp 250 Konzertgäste nahmen ihre Plätze ein.
Das ODEON startete mit Dvoraks 8. Sinfonie, unser Tubist Jakob durfte aushelfen. Nach der Pause spielten wir zunächst Saint-Saens Bacchanale und dann als Hauptwerk Schumanns 4. Sinfonie. Das Publikum war begeistert und applaudierte so lange, bis die versprochene Zugabe umgesetzt wurde.
So viele junge Musikerinnen und Musiker sieht man selten auf einer Konzertbühne – aber für Fluch der Karibik kann es nie genug geben. Mit Standing Ovations endete das Konzert – aber nicht der Abend. Nach einem etwas chaotischen Abbau folgte eine Pizzaparty am Künstlereingang des Alten Gasteig. Der traditionelle JSO-Tanz „Champs-Élysées“ wurde in diesem Jahr um die ODEON-Mitglieder erweitert – dementsprechend dauerte der Tanz etwas länger.
Leider musste der Abend aufgrund der Lenkzeiten der Busfahrer und der Zubettgehzeiten der U18 früher als gewünscht enden. 23 Uhr verließen wir unter großem Jubel unsere neugewonnenen Freunde des ODEON und fuhren zurück nach Dachau.
An einem Rückreisetag gibt es nicht viel zu berichten. Es mag der Müdigkeit geschuldet sein, dass früh alles etwas langsamer verlief, aber gegen 10:30 Uhr rollten die beiden Busse wieder Richtung Leipzig. Es wurde viel geschlafen und die lange Pause am Rastplatz für ein ungesundes Fast-Food-Mittagessen genutzt.
Rückblickend muss man sagen, dass die Reise sehr schön war. Wir hatten Glück mit dem Wetter, es gab weder große Regenschauer noch unerträgliche Hitze, im Vergleich zur letzten Sommerreise. Unsere Konzerte waren mit Ausnahme von Maribor sehr gut besucht, mehr, als wir vorher erwartet hatten. Das motivierte uns aber auch gleich, alles in den Konzerten zu geben, sodass sie auch musikalisch ein Erfolg waren. Wir wurden unglaublich herzlich von den Konzertbesucherinnen und -besuchern in Empfang genommen, sei es auf einer Bergspitze, wo wohl niemand mit einem Sinfonieorchester rechnet, als auch bei einem Picknickkonzert vor einem Stadtschloss. Aus den Konkurrenten von München wurden Freunde und wir sind uns sicher, dass es nicht der letzte Austausch mit dem ODEON-Jugendsinfonieorchester war.
Wenngleich 6 Konzerte in 9 Tagen etwas viel erschienen, so war die Zeit kurzweilig und es fand sich genug Zeit zum Ausruhen, Spaß haben und einfach genießen. Und die Wichtigkeit einer Sommerreise wurde vermutlich einmal mehr den austretenden JSOlerinnen und JSOlern bewusst, die diese großartige Gemeinschaft nun verlassen werden. Aber es kommen neue JSO-Mitglieder, welche im Sommerprobenlager von den „alten Hasen“ die Geschichten hören werden, und neue Erlebnisse mit dem JSO machen werden.
Wir verabschieden uns in die Sommerferien!
Euer JSO Leipzig
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